Man mag des Regietheaters überdrüssig sein. Man mag dessen manchmal intellektuell dürftige oder gar simpel dümmliche Exzesse für abwegig halten. Man mag Händel Revuen und Händel Seifenopern für unvereinbar mit der Musik halten. Aber muss es dann gleich das andere Extrem sein? Muss es gleich die „historisch informierte Aufführung“ sein? Und eine solche bedeutet für das Karlsruher Produktionsteam um die Choreographin und Regisseurin Sigrid T’Hooft neben einer „barocken Gestik“ „originalgetreue barocke Kostüme, eine reine Kerzenbeleuchtung und eine aufwändige Kulissenbühne, die der Uraufführung […] so nahe kommt wie nur möglich“. Ein ehrgeiziges Konzept, das am Badischen Staatstheater zur Begeisterung des Publikums in absolut perfekter Manier realisiert wurde.
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Eine Operette? Eine Seifenoper? Pierre Audi inszeniert Händels Partenope im Theater an der Wien
Theatermacher Audi, von dem man zuletzt in München einen konventionellen, steifen Tamerlano gesehen hatte, hat sich in seiner Partenope für eine moderne, eine aktualisierte Version der Geschichte von der Sirene Partenope, der mythischen Gründerin der Stadt Neapel, und ihren drei Liebhabern entschieden, für eine Version, die er selber ganz zu Recht im Programmheft eine Seifenoper nennt. Und dies auch deswegen, weil sich die Partenope Handlung mit einem weiteren Liebesspiel überlagert und überkreuzt: der Intrige einer rachsüchtigen Frau gegen ihren untreuen Liebhaber und jetzigen Favoriten der Partenope. In der Tat ein Stoff, aus dem die Operetten- und Soap Opera Träume sind.