Innsbrucker Festwochen 2009 Kasperletheater, Klamauk und Zitatensalat – Haydn, Orlando Paladino

Zu seinem Abschied von Innsbruck hat Maestro René Jacobs noch einmal in die besten Fächer der Traditionstruhe gegriffen und – so lässt er uns im Programmheft wissen – ein veritables Pendant zur Zauberflöte, ein geheimes Freimauerstück, das von der Rettung und Neugeburt eines Menschen erzählt, wieder hervorgeholt. Ein löbliches Unterfangen, das sicher auch geglückt wäre, hätte er nur sein Regieduo auf die hehren Ziele verpflichten können. Doch die beiden hatten anderes im Sinn. Die Herren aus London, die vor ein paar Jahren in München mit Orphée et Euridice Erfolg hatten, sind wohl inzwischen beim Vormittagsprogramm des Fernsehens angekommen. Und so haben sie, als sie hörten, sie sollten ein „dramma eroicocomico“ in Szene setzen, auch in die Kiste gegriffen, in die tiefste Schublade der Klamottenkiste und einen Teil des Publikums mit ihren Albernheiten, Slapsticks und Märchenparodien zum Jauchzen und den anderen Teil zum Gähnen gebracht. Schade um die schöne Musik und die (teilweise) hervorragenden Sängerdarsteller. Schade auch um Maestro Jacobs, dem man nach den vielen Sommern, die er Innsbruck gewidmet hat, einen etwas anderen Abschied gewünscht hätte.

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